Der Bremer Filmpreis 2026

geht an

Vanessa Redgrave

Sie hat in fast 70 Jahren an über 150 Produktionen mitgewirkt und steht auch mit 89 immer noch vor der Kamera. 2026 kommen gleich drei neue Produktionen ins Kino, an denen sie beteiligt ist. Zugleich setzt sie sich bis heute unermüdlich für Unterdrückte und Benachteiligte ein und scheut dabei keinen Konflikt.

 

Vanessa Redgrave stammt aus einer Schauspieler:innen-Dynastie und spielt zunächst äußerst erfolgreich Theater. Arthur Miller und Tennessee Williams bezeichnen sie als bedeutendste britische Schauspielerin des englischen Theaters. Für ihre erste filmische Hauptrolle in „Protest“ wird sie 1966 direkt für den Oscar nominiert und in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet. Der Weltruhm kommt dann mit Michelangelo Antonionis Kultfilm „Blow Up“. 1977 folgt endlich der Oscar als beste Nebendarstellerin in „Julia“ an der Seite von Jane Fonda und Meryl Streep.

 

Redgrave spielte mit Ingrid Bergman, Sean Connery oder Anthony Hopkins in Klassikern wie „Mord im Orient Express“ oder „Auf Wiedersehen in Howardsend“. Ihre Figuren, wie in „Blow Up“ oder „Julia“, sind oft faszinierende Frauen, die eine gewisse Unnahbarkeit ausstrahlen oder ein Geheimnis tragen. Als Charakterdarstellerin ist Redgrave in der Lage, mit winzigsten Gesten extreme Wirkung zu erzielen. Ihre Rollen sind vielseitig und anspruchsvoll: Von der Königin („Anonymus“) über die transsexuelle Tennisspielerin („Zweiter Aufschlag“) bis zur rasenden Nonne („Die Teufel“).

 

„Es ist unmöglich zu schauspielern, wenn man nichts über die menschliche Natur weiß. Man muss sie studieren. Man muss sich selbst erforschen. Herausfinden, wer man ist. Ich studiere die Menschen und mich selbst,“ erklärte sie 2008 in einem Fernsehinterview.

 

Vanessa Redgrave hat sich nie gescheut, ihre privilegierte Stellung für politische Statements zu nutzen, selbst wenn es für sie Nachteile mit sich brachte. Mehr als einmal wurde sie als „politisch zu heikel“ von Produzenten abgelehnt. Die überzeugte Trotzkistin demonstrierte gegen den Vietnamkrieg, für die IRA und gegen die Nutzung von Atomkraft. Vor allem für den Schutz von Kindern im Krieg setzt sie sich als UNESCO-Botschafterin bis heute unermüdlich ein. Wegen des völkerrechtswidrigen Einmarschs im Irak verweigerte sie 1999 die Erhebung in den Adelsstand, da der Vorschlag von Tony Blair kam und nahm die Auszeichnung erst 2022 von der Queen persönlich an. 2017 mündete das soziale Engagement in ihrer ersten Regiearbeit, dem Dokumentarfilm „Sea Sorrow“ in dem sie persönliche Kindheitserinnerungen an den zweiten Weltkrieg mit der europäischen Flüchtlingskrise verknüpft.

 

Mit Vanessa Redgrave ehren wir eine Ausnahmekünstlerin für ihr Lebenswerk, deren Kunst nicht von ihrem Leben und ihrer politischen Haltung zu trennen ist. Mit ihren Rollen hat sie sich immer wieder dem Umstand gewidmet, dass die Welt nicht nur schwarz und weiß ist. Oder wie sie es in einem Interview sagte:

 

„Wenn Du nicht bereit bist, Wiedersprüche zu akzeptieren, wirst du nicht sehr weit damit kommen, überhaupt irgendetwas zu verstehen.“

 

 

Der Filmpreis Bremen wird gestiftet von der

Bremen Film Award Gala

15th of April  Theater Bremen, 7:30 pm.

Standard price: 20,00 EUR

Reduced price: 15,00 EUR

With Festivalpass: 15,00 EUR

Tickets are available online and at the Theater am Goetheplatz Website. Festival pass holders pay the reduced price. You can get the tickets hier

Klaus Windheuser – Vorstandsmitglied der Sparkasse Bremen

Grußwort Klaus Windheuser

(Vorstandsmitglied Sparkasse Bremen)

 

Das Filmfest Bremen hat sich in seiner inzwischen elften Auflage längst vom regionalen Event zum internationalen Festival entwickelt. Als Sparkasse Bremen haben wir von Anfang an daran mitgewirkt und freuen uns mitzuerleben, wie unser Engagement für Kunst und Kultur Jahr für Jahr Früchte trägt. Alljährlich ist das Filmfest Bremen weitergewachsen, qualitativ wie quantitativ, mit mehr Filmen, mehr Spielstätten und Wettbewerben. Die Sparkasse Bremen unterstützt auch 2026 dabei, all das möglich zu machen. Gemeinsam mit den Filmemacher:innen und allen im Team Filmfest Bremen freuen wir uns über volle Kinos und begeisterte Bremerinnen und Bremer im Publikum.

 

Ein besonderer Grund zur Freude ist außerdem die diesjährige Filmpreisträgerin Vanessa Redgrave. Die Ausnahmekünstlerin mit Weltkarriere ist bekannt als ein Familienmensch, der sich sozial engagiert und für eine starke Haltung steht. Familie, Verantwortung und soziales Engagement sind Werte, die seit 200 Jahren zu wichtigen Eckpfeilern unserer Firmenphilosophie gehören.

 

Die Sparkasse Bremen versteht sich seit 200 Jahren als Möglichmacherin — für die Menschen in dieser Stadt, für Kultur, für alles, was Bremen l(i)ebenswert macht. Vanessa Redgrave hat ihr Leben lang dasselbe getan: Dinge möglich gemacht, die es ohne sie nicht gegeben hätte. Rollen, die niemand sonst gewagt hätte. Haltungen, die unbequem waren und es bewusst sein wollten. Ein Werk, das Generationen von Filmschaffenden und Zuschauern bewegt und geprägt hat. Wir freuen uns, am 15.4. mit dem Bremer Filmpreis 2026 eine Künstlerin zu ehren, die den Begriff des Möglichmachens mit Leben füllt — auf der Leinwand, auf der Bühne und weit darüber hinaus.

Über den Bremer Filmpreis der Sparkasse Bremen

Der Bremer Filmpreis der Sparkasse Bremen zeichnet bereits seit 1999 Persönlichkeiten der europäischen Filmszene für langjährige Verdienste aus. Unter den preisgekrönten Filmschaffenden befinden sich etwa der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz, der dänische Regisseur Lars von Trier sowie die deutsche Schauspielerin Nina Hoss und der US-Amerikanische Schauspieler und Produzent John Malkovich, welcher in zahlreichen europäischen Produktionen involviert war.

 

Mit dem Kooperationspartner Filmfest Bremen erhielt der mit 8.000 Euro dotierte Preis ab 2019 eine neue Bühne und wurde nach der internationalen Ausrichtung des Filmfests an die Festivaltage angegliedert. Seither fungiert die Gala zum Bremer Filmpreis als feierliche Eröffnungsveranstaltung. Die Kooperation der Sparkasse Bremen mit dem Filmfest Bremen ermöglicht es, den Bremer Filmpreis in einem publikumsnahen Rahmen fortzuführen und in der Hansestadt wieder jährlich einen Preis von internationaler Strahlkraft zu vergeben. Ein wichtiges Statement für die Filmkunst am Standort.

Preistragende der letzen Jahre

  • 2025

  • 2024

    John Malkovich

  • 2023

    Maria Schrader

  • 2022

    Aki Kaurismäki

  • 2021

    Hape Kerkeling

  • 2019

    Caroline Link

  • 2017

    Naum Kleimann

  • 2015

    Ruth Waldburger

  • 2014

    Sylvie Testud

  • 2013

    Béla Tarr

  • 2012

    Caroline Champetier

  • 2011

    Alberto Iglesias

  • 2010

    Ulrich Seidl

  • 2009

    Nina Hoss

  • 2008

    Lars von Trier

  • 2007

    Bettina Böhler

  • 2006

    Ken Loach

  • 2005

    Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne

  • 2004

    Kati Outinen

  • 2003

    Karl Baumgartner

  • 2002

    Marcel Ophüls

  • 2001

    Tilda Swinton

  • 2000

    Agnès Varda

  • 1999

    Bruno Ganz